Harte Schale, weicher Kern?
Mein Name klingt stark. Fast bedrohlich.
Doch eigentlich erzählt er nur von einem Moment, in dem mein kleines Leben beinahe geendet hätte …
Ich lag in einer kalten Pfütze. Reglos. Halb tot.
Mein Körper war eiskalt, meine Kräfte aufgebraucht. Ich hatte aufgehört zu kämpfen – weil ich nicht mehr konnte. Vielleicht hätte mich niemand mehr gefunden. Vielleicht wäre ich einfach still verschwunden.
Aber jemand hat mich gesehen.
Und genau dieser eine Moment hat alles verändert.
In einer Tierarztpraxis wurde drei Tage und drei Nächte um mich gerungen. Ich war unterkühlt, dehydriert und völlig entkräftet. Die Diagnose: Vergiftung. Mein kleiner Körper war am Limit. Es war nicht sicher, ob ich es schaffen würde. Doch irgendwo tief in mir war noch ein Funken. Und für diesen Funken haben sie gekämpft. Und ich auch.
Heute sieht man mir das kaum noch an.
Äußerlich bin ich stark geworden. Mein Fell glänzt, mein Blick ist wach, mein Körper kräftig.
Aber in meinem Inneren trage ich Narben. Unsichtbare Narben auf meiner Seele.
Ich bin ein sensibler Kater. Geräusche, schnelle Bewegungen und fremde Menschen machen mir Angst. Ich möchte vertrauen, doch ich brauche Zeit, um zu verstehen, dass mir niemand mehr etwas tun möchte.
Wenn ich dich nicht kenne, halte ich Abstand. Ich beobachte lieber aus sicherer Entfernung. Nicht, weil ich dich nicht mag, sondern weil mein Herz erst Vertrauen fassen muss.
Und genau deshalb gibt es bei mir inzwischen etwas ganz Wichtiges zu erzählen:
Ich durfte bereits für eine längere Zeit in einem Zuhause leben.
Und dort habe ich mich unglaublich gut entwickelt.
Mit der Zeit habe ich angefangen, Nähe zuzulassen. Ich habe Vertrauen aufgebaut und gezeigt, dass in mir sehr viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick vielleicht vermutet. Es war wunderschön zu sehen, welche Fortschritte ich machen kann, wenn ich mich sicher fühle und Menschen mir die nötige Zeit geben.
Leider hat es dort am Ende trotzdem nicht für immer geklappt.
Denn ich habe ziemlich deutlich gezeigt, dass ich beim Thema Katzenfreund noch einiges lernen muss. Mit dem vorhandenen Kater konnte ich leider nicht harmonisch zusammenleben. Ich kannte seine Grenzen nicht und wollte sehr ruppig mit ihm spielen. Für mich war es vielleicht Spiel und überschäumende Energie, für ihn war es einfach zu viel.
Und dann stellte sich noch etwas heraus:
Ich möchte Freigang.
Wirklich.
Meine Welt soll nicht ausschließlich hinter Fenstern stattfinden. Ich möchte draußen schnuppern, meine Umgebung erkunden und meine eigenen kleinen Abenteuer erleben. In meinem bisherigen Zuhause war das leider nicht möglich.
Und so musste ich schweren Herzens wieder zurück zu den Menschen, die mich schon so lange begleiten.
Das war für niemanden leicht.
Und hier angekommen, bin ich nun leider wieder vorsichtiger geworden.
Es fühlt sich ein bisschen so an, als müsste ich mich erneut orientieren und herausfinden, wo ich jetzt hingehöre.
Bei Menschen, die ich noch kenne, traue ich mich aber schon wieder heraus. Dann beobachte ich interessiert, komme vorsichtig näher und zeige, dass der Poison von damals nicht verschwunden ist.
Er ist noch da.
Man muss ihn nur kennenlernen dürfen.
Eine meiner größten Leidenschaften ist inzwischen das Clickertraining.
Meine Pflegerin und ich machen regelmäßig gemeinsam Training und ich liebe es! Dabei bin ich aufmerksam, motiviert und mit richtig viel Begeisterung dabei. Es zeigt sehr schön, wie lernwillig und neugierig ich sein kann, wenn ich Vertrauen zu meinem Menschen aufgebaut habe.
Mit anderen Katzen kann ich grundsätzlich zurechtkommen. Allerdings habe ich gelernt, dass „zurechtkommen“ nicht automatisch bedeutet, dass jede Katze zu mir passt. Ich brauche einen passenden Katzenpartner, der mit meiner manchmal etwas stürmischen Art umgehen kann und mir auch klare Grenzen setzt.
Genauso gut könnte ich aber auch als Einzelkater glücklich werden, wenn meine Menschen genügend Zeit für mich haben und bereit sind, sich intensiv mit mir zu beschäftigen. Gerade das Clickertraining zeigt, wie sehr ich die gemeinsame Beschäftigung mit meinen Menschen genieße.
Beim Futter bin ich noch wachsam. Ich knurre und verteidige meinen Napf. Bitte nimm es mir nicht übel.
Ich musste ums Überleben kämpfen.
Mein Herz hat noch nicht vollständig verstanden, dass jetzt immer genug da sein wird. Dass ich nie wieder hungern muss. Dass niemand mir mein Essen wegnehmen möchte.
Ich habe bereits bewiesen, dass ich mich entwickeln kann.
Ich habe bereits bewiesen, dass ich Vertrauen lernen kann.
Und ich habe bereits bewiesen, dass ich Nähe zulassen kann.
Jetzt brauche ich nur noch Menschen, die bereit sind, diesen Weg gemeinsam mit mir zu gehen.
Ich war einmal fast gegangen.
Dann habe ich gekämpft.
Ich habe überlebt.
Ich habe gelernt.
Ich habe Vertrauen gefasst.
Und ich möchte so gerne noch einmal mein Herz öffnen.
Diesmal für immer.
Vielleicht bist genau du der Mensch, der mir zeigt, dass mein Kampf nicht umsonst war.
Der meine Narben nicht als Schwäche sieht, sondern als Teil meiner Geschichte.
Der versteht, dass ein kleiner Schritt für andere vielleicht gar nichts bedeutet – für mich aber die ganze Welt sein kann.
Ich bin Poison.
Eine harte Schale vielleicht.
Aber dahinter steckt ein sehr zarter Kater mit einem großen, vorsichtigen Herzen.
Und irgendwo da draußen wartet hoffentlich mein Zuhause.
Mein echtes Zuhause.
Mein Zuhause für immer.
Für mich wünschen wir uns ein ruhiges, stabiles Zuhause ohne Kinder, in dem ich genügend Zeit bekomme, um wirklich anzukommen.
Ganz wichtig ist mir die Möglichkeit zum Freigang. Natürlich darf ich nicht sofort nach draußen. Ich brauche zunächst eine ausreichend lange und geduldige Eingewöhnungszeit, damit ich mein neues Zuhause als sicheren Ort kennenlerne. Danach möchte ich aber meine Umgebung erkunden, draußen schnuppern und meine eigenen kleinen Abenteuer erleben.
Ideal wäre deshalb ein ruhiges, möglichst verkehrsarmes Wohnumfeld, in dem Freigang verantwortungsvoll möglich ist.
Ob ich mit einem passenden Katzenpartner zusammenlebe oder als Einzelkater ausziehe, darf von den jeweiligen Lebensumständen abhängen.
Ein souveräner, sozialer Katzenpartner, der mit meiner manchmal etwas stürmischen Art umgehen kann und mir klare Grenzen setzt, könnte gut zu mir passen. Die Chemie muss dabei natürlich stimmen.
Genauso gut darf ich aber als Einzelkater in mein neues Zuhause ziehen. Dann sollten meine Menschen genügend Zeit für mich haben und Freude daran haben, mich zu beschäftigen. Besonders das Clickertraining ist eine tolle Möglichkeit, gemeinsam mit mir zu arbeiten, Vertrauen aufzubauen und meinen neugierigen, lernwilligen Charakter zu fördern.
Ich brauche Rückzugsmöglichkeiten und Menschen, die mir meine Sicherheit nicht nehmen, indem sie zu schnell zu viel von mir erwarten.
Ich möchte nicht einfach irgendwo einziehen.
Ich möchte ankommen.
Meine neuen Menschen sollten vor allem Geduld, Verständnis und Einfühlungsvermögen mitbringen.
Ich bin kein Kater, der nach wenigen Minuten auf den Schoß springt und jedem sofort vertraut. Ich brauche Zeit. Manchmal werde ich mich zurückziehen, beobachten oder vorsichtig sein. Das ist kein Zeichen dafür, dass ich euch nicht mag.
Es bedeutet nur, dass ich euch erst kennenlernen muss.
Deshalb wünschen wir uns mehrere Besuche vor meiner Vermittlung. Ich soll die Möglichkeit bekommen, meine zukünftigen Menschen in Ruhe kennenzulernen – ihre Stimmen, ihre Gerüche und ihre Art. So kann Vertrauen entstehen, bevor ich erneut mein Zuhause wechseln muss.
Meine Menschen sollten außerdem Verständnis dafür haben, dass ein erneuter Umzug für mich eine große Veränderung ist. Ich habe bereits erlebt, wie schön es sein kann, Vertrauen aufzubauen – und wie schwer es ist, dieses vertraute Zuhause wieder verlassen zu müssen.
Diesmal soll es deshalb möglichst für immer sein.
Erfahrung im Umgang mit sensiblen oder traumatisierten Katzen wäre schön, ist aber nicht zwingend Voraussetzung, wenn meine Menschen bereit sind, sich auf mich einzulassen und meine Körpersprache und Bedürfnisse kennenzulernen.
Sie sollten Freude daran haben, sich mit mir zu beschäftigen. Mein Clickertraining ist dabei ein wunderbarer Weg, um gemeinsam mit mir zu arbeiten und unsere Bindung aufzubauen.
Auch beim Thema Futter braucht es Verständnis. Ich verteidige meinen Napf und kann dabei knurren. Das sollte akzeptiert und nicht bestraft werden. Meine Menschen müssen verstehen, dass dieses Verhalten vermutlich mit meiner Vergangenheit zusammenhängt und dass ich erst noch lernen muss, dass Futter heute sicher ist und immer genug vorhanden sein wird.
Kinder sollten nicht in meinem neuen Zuhause leben, da ich ein ruhiges Umfeld und möglichst wenig Trubel brauche.
Was ich mir von meinen Menschen wünsche, ist eigentlich gar nicht so kompliziert:
Gebt mir Zeit.
Gebt mir Sicherheit.
Lernt mich kennen.
Respektiert meine Grenzen.
Und wenn ich irgendwann freiwillig zu euch komme, euch neugierig entgegenblicke, mit euch clickere oder vielleicht sogar Nähe zulasse, dann wisst ihr:
Ich habe euch mein Vertrauen geschenkt.
Und das ist bei mir etwas ganz Besonderes.
Ich war einmal fast gegangen.
Jetzt möchte ich endlich bleiben dürfen.
Für immer.
Wenn Sie sich für Poison interessieren, füllen Sie bitte unseren Interessentenbogen online aus und senden ihn uns ausgedruckt oder per Post zu. Anschließend nehmen wir Kontakt mit Ihnen aus, um den weiteren Ablauf zu besprechen.