Rudi – ein schüchternes Rehlein auf der Suche nach einem sicheren Zuhause
Im November bin ich im Zuge einer Sicherstellung ins Tierheim gekommen. Für mich war das eine riesige Veränderung – und ehrlich gesagt hatte ich große Angst. Plötzlich war alles fremd: die Menschen, die Geräusche, die Gerüche. Ich wusste nicht, was passiert und habe deshalb erst einmal gezeigt, wie viel Panik ich hatte. Knurren, Fauchen, Spucken – alles war dabei. Nicht, weil ich böse bin, sondern weil mein kleines Herz einfach überfordert war. Ihr müsst verstehen: Ich wurde aus meinem Zuhause gerissen.
Heute weiß ich langsam, dass dieser Neuanfang vielleicht gar nicht das Schlechteste für mich war. Seit ich im Katzenhaus wohne, taue ich Schritt für Schritt auf. Ich beobachte viel, nehme vorsichtig Kontakt auf und merke, dass manche Menschen es wirklich gut mit mir meinen. Vertrauen fällt mir anfangs noch nicht ganz leicht, aber ich lerne jeden Tag ein bisschen mehr dazu.
Bei meinen Bezugspersonen zeige ich sogar schon meine kuschelige Seite. Wenn ich mich sicher fühle, genieße ich Streicheleinheiten sehr und kann richtig verschmust sein. Auch das Spielen habe ich für mich entdeckt: Mit der Spielangel hatte ich schon richtig Spaß! Und das Wichtigste: Die große Angst vom Anfang ist inzwischen deutlich weniger geworden. Fauchen oder andere „Aggressionen“ habe ich schon länger nicht mehr gezeigt.
Mit anderen Katzen komme ich grundsätzlich gut zurecht. Natürlich entscheidet auch bei mir die Sympathie, aber eine freundliche und soziale Katzengefährtin oder ein Katzengefährte wünsche ich mir. Jemand, der mir zeigt, dass die Welt gar nicht so beängstigend ist und dass man Menschen vielleicht doch vertrauen kann.
Für mein neues Zuhause wünsche ich mir vor allem eines: Ruhe, Geduld und liebevolle Menschen mit Katzenerfahrung, die mir Zeit geben, in meinem Tempo anzukommen. Ein gesicherter Balkon wäre für mich ein kleines Paradies, um frische Luft zu schnuppern und die Welt von einem sicheren Platz aus zu beobachten. Freigang wäre dagegen nichts für mich, dafür bin ich einfach noch zu schreckhaft und kenne das Leben draußen auch gar nicht.
Kinder sollten in meinem neuen Zuhause lieber nicht leben, denn schnelle Bewegungen und laute Geräusche machen mir noch Angst.
Bis dahin warte ich hier und hoffe, dass irgendwo Menschen sind, die mein vorsichtiges Herz sehen. Vielleicht werde ich mich am Anfang erst einmal verstecken, aber wer mir Zeit gibt, Geduld hat und mich so nimmt, wie ich bin, wird bestimmt erleben, wie aus einem ängstlichen Rehlein langsam ein kleiner, mutiger Kater wird.
Vielleicht seid genau ihr ja die Menschen, bei denen ich endlich ankommen darf.
Wenn Sie sich für Rudi interessieren, senden Sie uns bitte per ausreichend frankierter Post oder E-Mail einen ausgefüllten Interessentenfragebogen, der auf unserer Homepage (Startseite) als Download bereitsteht. Danach nimmt eine Mitarbeiterin/ein Mitarbeiter unseres Tierheims Kontakt mit Ihnen auf, um den weiteren Ablauf zu besprechen.
(Stand: 10.03.2026 / LS)

